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Siegfried Schlegel

Es geht auch viele Nummern kleiner – für gleiches Geld kann man mehr Nistmöglichkeiten für viele Tierarten schaffen

Zu Recht wird den Leipzigern etwas Größenwahn nachgesagt. Dennoch haben Stadtverwaltung und Stadtrat aber immer Augenmaß bewiesen. So wurde der Funkmast im Messegrund zwar in Anlehnung an die Gestalt des Pariser Eifelturms errichtet, jedoch nur mit der benötigten Höhe von 190 statt 300 Metern. Einzelne Stadträte haben aber manchmal das Bedürfnis, weit über sich hinaus zu wachsen. Wie anders soll man den Vorschlag werten, Fledermaustürme in Leipzig zu errichten. Fragwürdig wird die Initiative, wenn als Vorbild der Fledermausturm in Meiningen herhalten soll. Der dortige Fledermausturm wurde in einem stehengebliebenen Hausaufgang eines im Rahmen des Stadtumbaus abgerissenen Wohnblocks eingerichtet. Das hatte sich die dortige städtische Wohnungsbaugesellschaft 120.000 Euro kosten lassen. Da der im Rohbau stehen gebliebene Gebäudeteil nicht weiter genutzt wird, hatten eindringende Marder und einsitzende Eulen ohne Respekt vor Fledermäusen deren Bestand dezimiert, und es mussten noch einmal 30.000 Euro für bauliche Schutzmaßnahmen investiert werden, nicht mitgerechnet die Kosten für die bauliche Unterhaltung. In Meiningen waren umfangreiche Gebietsuntersuchungen vorausgegangen und tatsächlich eine Fledermauskolonie nachgewiesen. Da auch die Wohngebäude in der Nachbarschaft abgerissen wurden, wurde nach Nistmöglichkeiten für Fledermäuse in einer Höhe von 15 - 20 Metern gesucht. 

Anders die Situation in Leipzig: Trotz Abriss mehrerer tausend Wohnungen im Rahmen des Stadtumbaus allein in Grünau, gab es in der unmittelbaren Nachbarschaft sogar bei dem jeweiligen Gebäudeeigentümer genügend Möglichkeiten, naturschutzfachliche Ersatzleistungen, sprich Einbau von Nistkästen, zu realisieren. Setzt man für einen Wohnblock bis zu zehn solcher Nistkästen mit einem Einzelpreis, einschließlich naturschutzfachlicher Betreuung, von 2.500 Euro an, so wurden in Grünau mit den gleichen Kosten wie für den Meininger Fledermausturm Nistersatzmaßnahmen für 60 zurückgebaute Wohnblöcke mit insgesamt bis zu 3.000 Wohnungen finanziert. Das entspricht 600 Nistkästen. Dies wurde in Grünau so durch die Wohnungsunternehmen erfolgreich praktiziert. Aber nicht nur beim Stadtumbau, auch bei Fassadensanierungen wurden und werden durch die Schließung der offenen Fassadenfugen Nistmöglichkeiten und Möglichkeiten zum „Übertagen“ geschaffen. Somit ist nicht nur Nestbau möglich, sondern Vögel und andere flugfähige Tiere können sich für wenige Stunden oder Tage niederlassen. Es wäre sinnvoll, zunächst zu erfahren, wie viele Nistplätze für Fledermäuse,  Mauersegler, Mehlschwalben oder Haussperlinge im Rahmen des Stadtumbaus und der Gebäudesanierung im Stadtgebiet durch behördliche Auflagen oder freiwillig in den zurückliegenden Jahren eingebaut wurden. Tatsächlich wurden und werden Untersuchungen über den Besatz von Fledermäusen oder Mauerseglern nur punktuell in Leipzig durchgeführt und werden für Naturschutzfachliche Ersatzmaßnahmen getroffen. Flächenuntersuchungen gab es in den zurückliegenden Jahren nur im Auenwald zur Ausweisung der Gebiete für Natur- und Landschaftsschutz, zum Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitaten) nach der europäischen FFH-Richtlinie. Der Verwaltungsstandpunkt besagt: Die Stadt Leipzig prüft im Einzelfall geeignete Standorte zur Errichtung eines oder mehrerer Fledermaustürme sowie deren Umsetzung. Die Finanzierung und Errichtung wird im Rahmen von Vorhaben geprüft, bei denen Maßnahmen bezüglich des besonderen Artenschutzes (§ 44 ff BNatSchG) erforderlich werden. Die Finanzierung erfolgt durch den jeweiligen Vorhabenträger. Neben der naturschutzfachlichen Eignung wird im Rahmen der Erarbeitung des Artenschutzfachbeitrages auch geprüft, ob in Zusammenarbeit mit örtlichen Tier- und Naturschutzinitiativen deren Betreuung erfolgen kann. Angesichts vielfältiger auch ehrenamtlicher Aktivitäten sowie zunehmender baulicher Verdichtung im Stadtgebiet stellt sich die Frage, wo ein solcher zusätzlicher Bedarf besteht. Aus unserer Sicht bedarf es aufgrund des langjährigen Verwaltungshandelns keines solchen Antrages.

Rede zum Antrag von Stadträtin Gabelmann A-05628 „Errichtung von Fledermaustürmen“
 


Presse


Siegfried Schlegel

Werner Heiduczek hat sich vielfältige Verdienste um Leipzig erworben

Bereits 1969 lernte Stadtrat Siegfried Schlegel den Schriftsteller Werner Heiduczek  persönlich kennen. Schlegels Eltern arbeiteten damals wie auch zeitweilig Werner Heiduczek als Dozent für Deutsch als Fremdsprache am Herder-Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig. 1969 fand im Spätsommer ein Internationaler Deutschlehrerkongress in Leipzig... Weiterlesen