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Rüdiger Ulrich

Die Planung soll besser auf die Kinder und Jugendlichen und die jungen Erwachsenen ausgerichtet werden

Mit dem Fachplan Kinder- und Jugendförderung, welcher 2012 durch den Stadtrat beschlossen wurde, wurde vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Herausforderungen und demographischer Veränderungsprozesse ein neues Steuerungsmodell der Jugendhilfe entwickelt.

Statt wie bisher auf die 63 Ortsteile ausgerichtet, ist das Stadtgebiet nun in sieben Planungsräume eingeteilt. Damit soll die Planung besser auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen und der jungen Erwachsenen ausgerichtet werden.

Grundsätzlich geht es darum, ausgehend von der Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen und jungen Familien vor Ort ein differenziertes Angebot an Jugendhilfeleistungen im Planungsraum/Sozialraum zu entwickeln. Dabei sollen auch Handlungsfeld übergreifende Sichtweisen aus dem Bereich Schule, Kindertagesstätten, Sport und anderen einbezogen werden. So entsteht ein Netzwerk an Leistungen, das ständig mit den Wünschen und Interessen der Kinder und Jugendlichen, den fachlich und jugendpolitisch eingeschätzten Bedarfen sowie den im Planungsraum tatsächlich befindlichen Angeboten in Übereinstimmung gebracht werden muss.

Um diese komplizierten Planungsprozesse zu leiten und zu koordinieren, wurde im Fachplan festgelegt, „dass es in jedem Planungsraum eine verantwortliche KoordinatorIn gibt.“ „Diese sind für die inhaltliche Qualifizierung der oben beschriebenen Netzwerkarbeit sowie für die Konzeptentwicklung für den Planungsraum und das fachliche Controlling verantwortlich.“ Ohne diese kontinuierlichen Arbeitsstrukturen ist der neue Steuerungsansatz der Jugendhilfeplanung und Jugendhilfeförderung nicht zu realisieren.
Nun sind drei von sieben Koordinatorenstellen lediglich befristet bis zum 31.8.2014 über das Programm „Lernen vor Ort“ abgesichert. Obwohl allen Beteiligten die Konsequenzen lange bekannt waren, gab es insbesondere von der Stadtverwaltung zunächst keinerlei Bemühungen, hier nach einer nachhaltigen Folgelösung zu suchen. Es bedurfte eines Antrages des Jugendhilfeausschusses, um auf die Problematik hinzuweisen. Der Verwaltungsstandpunkt zum Antrag ließ ein halbes Jahr auf sich warten und wurde erst dann zugereicht, nachdem der Antragsteller signalisierte, dass er den Antrag auch ohne Verwaltungsstandpunkt zur Abstimmung bringt.

Meine Damen und Herren, das ist keine Art des Umgangs miteinander. Es widerspricht auch den gesetzlichen Vorgaben des KJHG, dass immer dann, wenn das Geld wieder knapp ist, Planungsgrundsätze, die im Jugendhilfeplan definiert sind, über den Haufen geworfen werden. Im § 80 (2) ist definiert: „Einrichtungen und Dienste sollen so geplant werden, dass u. a. ein möglichst wirksames vielfältiges und aufeinander abgestimmtes Angebot von Jugendhilfeleistungen gewährleistet ist.“ In diesem Sinne erwarten wir, dass es auch nach dem 31.8. in jedem Planungsraum eine verantwortliche KoordinatorIn gibt.

Der Jugendhilfeausschuss hat sich verständigt, den Antrag im Sinne des Verwaltungsstandpunktes abzustimmen zu lassen.

Rede zum Antrag 487 "Produktbereich 36, Ergebnishaushalt 2014 … Weiterführung Lernen vor Ort" des Jugendhilfeausschusses.


Presse


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