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Juliane Nagel

Crazy ist mit besonderen Herausforderungen konfrontiert

In Paunsdorf übernimmt der Offene Treff Crazy als einer der letzten Freizeitreffs in kommunaler Trägerschaft eine überaus wichtige Rolle. Er ist zentraler Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche, Ort für kreative und sportliche Angebote, für soziale Interaktion und außerschulische Bildung, ein Plätzchen zum Runterkommen, hier existieren Schnittstellen zu Beratungsangeboten auch für Ältere. Das Crazy ist ein zu Hause nicht nur für die vielen jungen Menschen im Quartier.

Als derzeit einziger Offener Freizeittreff in Paunsdorf ist das Crazy durchaus mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, denn die Armutsquote ist hier besonders hoch: Fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren sind regelleistungsberechtigt. Auch in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Hilfebedarfe stellt Paunsdorf einen Schwerpunkt dar. In diesem Spannungsfeld kommt dem Crazy eine besonders wichtige Rolle zu. Und dies zeigt sich auch an den Nutzer*innenzahlen, die bei zirka 50 jungen Menschen täglich liegt, fast 80% von ihnen sind Migrant*innen.

Doch die Personalsituation im Treff ist äußerst prekär. Sprich: Die wichtige Rolle, die der OFT spielt, ist durch Schließzeiten akut bedroht und auch die Qualität der sozialpädagogischen Arbeit leidet darunter.

Mit der Aufgabenfülle, der immensen Nachfrage und den besonderen Herausforderungen, mit denen der OFT Crazy konfrontiert ist, kann die jetzige Ausstattung mit zwei Personalstellen den Fachstandards, die wir als Jugendhilfeausschuss im Dezember 2017 einvernehmlich beschlossen haben, nicht gerecht werden.

Wir beantragen darum die Aufstockung um eine Personalstelle, und das sofort, sprich zum 1.2.2020. Dann wäre der OFT Crazy mit anderen Treffs in vergleichbaren Sozialräumen gleich gestellt.

Der zweite Punkt unseres Antrages umfasst die räumliche Situation des Crazy. Es platzt aus allen Nähten, was nicht nur an der großen Zahl von Kindern und Jugendlichen liegt, sondern auch daran dass es auch von anderen Akteuren als z.B. Veranstaltungsraum genutzt wird, auch in Ermangelung anderer Räume im Ortsteil. Wir haben hier die Formulierung aus dem Verwaltungsstandpunkt in unsere Neufassung übernommen, und fordern die Erweiterung, Sanierung und Modernisierung des Gebäudes unter Zuhilfenahme von Fördermitteln ab dem Jahr 2021.

Noch zwei Anmerkungen zur Problematik: Seit etwa einem Jahr ist im Crazy auch das kommunale Spielmobil ansässig, das vom OFT Mühlholz dorthin umgezogen ist. Wir standen dieser Umsetzung von Anfang an kritisch gegenüber, denn die örtlichen Gegebenheiten sind als Stellplatz für das Spielmobil und auch die Arbeitsmöglichkeiten der Mitarbeitenden dieses Jugendhilfeangebots suboptimal. Dass die Verwaltung damit kalkuliert, dass die Mitarbeiter des Spielmobils die prekäre personelle Situation des OFT auffangen sollen, ist ein Unding. Das kann vielleicht mal situativ passieren, aber für uns ist klar: Es braucht zwei stabile Angebote der Jugendhilfe und keine Schwächung des einen zulasten des anderen.

Zudem möchte ich auf eine wichtige Argumentation aus dem JHA hinweisen: Laut § 80 SGB VIII hat der Träger der öffentlichen Jugendhilfe im Rahmen seiner Planungsverantwortung „die zur Befriedigung des Bedarfs notwendigen Vorhaben rechtzeitig und ausreichend zu planen und dabei Vorsorge zu treffen, dass auch ein unvorhergesehener Bedarf befriedigt werden kann“. Ergo: Es hätte die Verwaltung sein müssen, die den akuten Bedarf im Crazy hätte ausmachen und dafür Lösungen finden müssen. Im Interesse der eigenen Mitarbeiterinnen und der Kinder, Jugendlichen und ihrer Eltern.

In diesem Sinne bitten wir um Zustimmung!

Rede zum Antrag der Fraktion DIE LINKE A 08159 "Stellenerweiterung im Offenen Treff Crazy". Er wurde angenommen.

 

 


Presse


Sören Pellmann

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