Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Adam Bednarsky

Aus 20 mach' 10: Den Leipziger Sportvereinen den Rücken stärken!

Wir beschließen heute mit der Fachförderrichtlinie Sport der Stadt Leipzig ein wesentliches Instrument zur Unterstützung der Leipziger Sportvereine durch die Stadt Leipzig. Das mag für viele eine Nebensächlichkeit sein, aber die Auswirkungen dieser Richtlinie betreffen aktuell 100.000 Menschen in unserer Stadt, die in 400 Leipziger Sportvereinen organisiert sind.
Mein Dank gilt dem Amt für Sport, welche akribisch diese Vorlage vorbereitet hat. Aber auch der Stadtrat hat seine Aktie an dieser Richtlinie, denn aus unseren Reihen wurden wesentliche Anregungen beispielsweise bei Investitionen in die Sportinfrastruktur gemacht.

Derzeit haben 110 Vereine Pachtverträge für Sportplätze und -hallen, die zum Teil in den nächsten Jahren umfangreiche Investitionen benötigen. Mit dem Doppelhaushalt 2019/20 stiegen die Mittel für Bauinvestitionen von 1,5 auf knapp 1,9 Millionen Euro zuzüglich einem Sonderpaket in Höhe von 500.000 Euro für Fußball-Allwetterplätze.

Jetzt ist jede sogenannte Drittelfinanzierung nur so gut, wie ihre jeweiligen beteiligten Partner, in diesem Falle die Sportvereine und der Freistaat Sachsen. Bei der Finanzierung des Landesanteils ist seit 2019 erheblich der Wurm drin. Bauprojekte, die von der Stadt Leipzig als prioritär angesehen werden, sind beim Freistaat Sachsen nachrangig und umgekehrt. Ich bin aber gut Hoffnung, dass wir an dieser Stelle zwischen Stadt und Freistaat alsbald wieder zum harmonischen Miteinander der Vorjahre zurückfinden werden.

Mit der neuen Sportförderrichtlinie haben wir von kommunaler Seite, ebenso wie der Freistaat Sachsen, die Belastung der Vereine bei sogenannten Großprojekten über 200.000 Euro durch die Senkung des Anteils für die Sportvereine von 20 auf 10 Prozent deutlich gesenkt. Damit folgt die Sportverwaltung dem Ursprungsantrag der Stadträte Sören Pellmann, Jens Lehmann und mir, wir sind entsprechend erfreut. Diese Initiative hat einen ganz praktischen Hintergrund: Nur wenige Vereine in unserer Stadt konnten diese Großprojekte sowohl finanziell als auch organisatorisch bewerkstelligen.

Meine persönliche Hoffnung ist nunmehr, dass mehr Sportvereine in der Lage sein werden, finanziell Großprojekte anzugehen und damit ihren Beitrag zur Sicherung der Leipziger Sportinfrastruktur in unserer wachsenden Stadt leisten können. Aber wer mit offenen Augen die Sportanlagen in unserer Stadt betrachtet, wird erkennen, da steht uns noch jede Menge Arbeit ins Haus und das werde wir mit unseren bescheidenen kommunalen Mittel im Verbund mit den Sportvereinen kaum bewältigen. Der Blick richtet sich in Richtung Berlin, wo der Bundestag um ein Milliarden-schweres Sportstättenpaket, dem sogenannten „Goldenen Plan“ ringt.

Es wäre dringend nötig, dass der Bund in die Drittelfinanzierung auch für den Breitensport mit einsteigt. Der Deutsche Olympische Sportbund beziffert aktuell den Sanierungs- und Modernisierungsbedarf der rund 231.000 Sportstätten auf mindestens 31 Milliarden Euro. Wir, die Stadt Leipzig, erreichen mit der Senkung der Fördermittelquote für die Vereine auf 10 Prozent einen wichtigen Meilenstein. Wir müssen aber beim Bürokratieabbau weiter dran bleiben, der wiegt nicht minder schwer, wie die finanziellen Belastungen. Im Amt für Sport müssen die entsprechenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Beratung und Verwaltung der Förderanträge und –verfahren zur Verfügung stehen. Auch bei der Dokumentation von Eigenleistungen, welche die Vereine entsprechend weniger finanziell in die Waagschale werfen müssen, sollten wir initiativ werden.

Ein Beispiel: Sie Herr Jung arbeiten für zwei Stunden, mit diesen Händen und ehrenamtlich auf der Baustelle eines sympathischen jungen Vereins im Leipziger Süden mit. Auf dieser Baustelle wird ein Haus mit einem Gesamtvolumen von über 200.000 Euro errichtet. Da kommen dann mal schnell 1.000, 2.000 oder 10.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden zusammen. Sie, Herr Jung, hatten es nach diesen zwei Stunden wieder sehr eilig, mussten los und haben nicht das Formular ausgefüllt. Für die Dokumentation dieser zwei Stunden muss der Verein nämlich Nachweise erbringen, so steht es in der Förderrichtlinie. Das bedeutet, dass jemand ihnen kommen muss und entsprechend das Formular ausfüllen: Jung, Burkhard, 2 Stunden, hat gemalert und das Betriebsklima gesteigert: Bitte hier unterschreiben. Dann müssen ja nur noch die restlichen 500 Burkhards, Monikas, Marcos oder Christopher unterschreiben.

Wir reden hier von ehrenamtlichen Sportvereinen und diese unsinnige Zettelflut muss auch irgendwann mal ein Ende haben, hoffentlich können wir die Sächsische Aufbaubank und entsprechende Organe der Landesverwaltung davon überzeugen. Hier sehe ich uns in der Pflicht. Vergessen wir bitte nicht, all diese Sportvereine bauen nicht für ihre Bilanz, sondern in aller Regel als Pächter für die Stadt Leipzig. Und lassen sie mich das aus der mühevollen Kleinarbeit der letzten Jahre sagen: Dieser Umstand wird bisweilen von einzelnen Instanzen der Stadtverwaltung vergessen.

Unabhängig davon freue ich mich auf das erreichte, danke dem Amt für Sport für die Arbeit und lassen sie uns jetzt schnell entscheiden, schließlich ist das Jahr 2020 bereits fortgeschritten und diese Richtlinie soll ab sofort, bestenfalls unverzüglich in Kraft treten. Deswegen: Schwingen wir die Arme nach oben und sagen ja zur neuen Sportförderrichtlinie: In diesem Sinne – der Leipziger Sport dankt!

Rede zur Drucksache DS 00814 "Fachförderrichtlinie Sport der Stadt Leipzig".


Presse


Juliane Nagel

Es braucht keine Straßennamen zur kritischen Auseinandersetzung mit der Kolonialzeit!

Im Rahmen der Stadtratssitzung am 9. Juli 2020 beantwortete der Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning eine Einwohneranfrage zur Umbenennung der Ernst-Pinkert-Straße und -Schule. Er schloss die Beantwortung mit der Darlegung seiner persönlichen Meinung. Demnach hätte die Benennung von Straßen oder öffentlichen Einrichtungen auch nach... Weiterlesen