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Mandy Gehrt

Anhaltend hohe Flüchtlingszahlen erfordern eine Aktualisierung des Integrationskonzeptes

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, werte Bürgermeisterin und Bürgermeister, liebe Kolleg_innen und Gäste,

das Gesamtkonzept zur Integration von Migrant_innen in Leipzig wurde nach einem einjährigen Beteiligungsverfahren 2012 beschlossen. Soweit ich mich erinnere, betrug der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund damals ca. 8 % der Leipziger Bevölkerung, heute beträgt er ca. 12 %, und wie wir alle wissen, ist besonders der Anzahl der Flüchtlinge, die nach Leipzig kamen, im Vergleich zu den vorherigen Jahren stark angestiegen. Damit steht unsere Stadt vor großen Herausforderungen, besonders bei dem Thema „menschenwürdige Unterbringung“. Das wird uns noch lange beschäftigen. 

Nach einer menschenwürdigen Unterbringung gilt es aber, im Augenblick eben besonders den Asylsuchenden, rasch eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen des städtischen Lebens zu ermöglichen. Deswegen sind wir der Meinung, dass wir uns das Gesamtkonzept nochmal vornehmen müssen, um zu schauen, welche Maßnahmen nun dringend umgesetzt werden müssen und welche neuen Handlungsbedarfe sich aus der veränderten Situation ergeben. Deswegen haben wir diesen Antrag zur Evaluierung und Fortschreibung bzw. Anpassung des Gesamtkonzeptes gestellt.
Notwendig für eine gleichberechtigte Teilhabe ist der Abbau von Sprachbarrieren, besonders in den Informationssystemen der Stadt. Deswegen hatten wir in Punkt drei unseres Antrages schon diese konkrete Maßnahme gefordert, auf die im Verwaltungsstandpunkt unter Punkt 4.4. bis 4.6. zum Teil eingegangen wird. Im Alternativvorschlag zu unserem Antrag schlägt die Stadt vor, ihre Verwaltungsgebäude zumindest zweisprachig (deutsch-englisch) zu beschildern und Informationsmaterial gegebenenfalls mehrsprachig zu übersetzen. Das ist gut, aber ich frage mich dennoch, warum das erst 4 Jahre nach Beschluss der Gesamtkonzeptes angegangen wird.
Neben dem Spracherwerb, Bildung, zügiger Anerkennung von Qualifikationen und Berufsabschlüssen kann besonders die Nutzung der vielfältigen Kultur- und Sportangebote in Leipzig eine gleichberechtigte Teilhabe befördern. Hier gilt es zum einen, besonders das Engagement von Ehrenamtlichen, von zivilgesellschaftlichen Akteuren zu unterstützen und zum anderen Teilhabemöglichkeiten aufzuzeigen und anzubieten. Das heißt, dass auch hier ein Um-oder Neudenken, eine interkulturelle Öffnung erforderlich ist, bei der Verwaltung, den städtischen Einrichtungen, den kommunalen Kulturbetrieben und Museen. Hier wird schon einiges getan, aber auch hier stehen wir noch am Anfang.
In den letzten 10 Jahren haben z. B. nur 11 Mitarbeiter_innen des Kulturamtes und der Museen an einer Weiterbildung zum Erwerb von interkulturellen Kompetenzen teilgenommen. In der Antwort auf meine Nachfrage wurde jedoch eingeräumt, dass dies in einem 2 tägigen Seminar in 2016 nachgeholt werden soll. Aber auch hier frage ich mich, warum erst 2016? Interkulturelle Orientierung und Öffnung war eines der 8 Handlungsfelder, die schon 2012 beschlossen wurden. Wir haben noch einiges nachzuholen.
Wir können mit dem Vorschlag der Verwaltung jedoch mitgehen, die Evaluierung und Fortschreibung ins Jahr 2017 zu legen und im II. Quartal, einen Sachstandsbericht und eine Übersicht von Schwerpunktthemen vorzulegen. Sehr spannend finden wir die von der Verwaltung geplante Migrantenbefragung, hier sollen ca. 800 Migrant_innen zu ihrer soziografischen und sozioökonomischen Situation interviewt werden. Die benannten konkreten Maßnahmen unterstützen wir. Deswegen lassen wir den Antrag in Form des Verwaltungsstandpunktes abstimmen.

Vielen Dank!

Redebeitrag zum Antrag der Fraktion DIE LINKE A 2097 „Evaluierung und Fortschreibung des Gesamtkonzeptes zur Integration der Migrantinnen und Migranten in Leipzig“

Der Antrag wurde in der Fassung des Verwaltungsstandpunktes und mit den Ergänzungen des Änderungsantrages 3 von Bündnis 90/Die Grünen  beschlossen.


Presse


Siegfried Schlegel

Werner Heiduczek hat sich vielfältige Verdienste um Leipzig erworben

Bereits 1969 lernte Stadtrat Siegfried Schlegel den Schriftsteller Werner Heiduczek  persönlich kennen. Schlegels Eltern arbeiteten damals wie auch zeitweilig Werner Heiduczek als Dozent für Deutsch als Fremdsprache am Herder-Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig. 1969 fand im Spätsommer ein Internationaler Deutschlehrerkongress in Leipzig... Weiterlesen