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Jens Herrmann

Gründe der Verwaltung für die Aufhebung der Mittelschule Portitz

Wurde durch die Stadtverwaltung vor Übergabe der Drucksache an den Stadtrat die Möglichkeit der Bildung einer Mittelschule Thekla – Portitz analog des Gymnasiums Grünau geprüft?<

In Zusammenhang mit der Drucksache Ш/3428 habe ich folgende Fragen:

1. Wurde durch die Stadtverwaltung vor Übergabe der Drucksache an den Stadtrat die Möglichkeit der Bildung einer Mittelschule Thekla – Portitz analog des Gymnasiums Grünau geprüft?

2. Wurden in der Tabelle „Bedarfsentwicklung ...“ auf Seite 2 der Vorlage mögliche Schüler aus der Stadt Taucha berücksichtig? Wenn ja, in welcher Größenordnung? Wenn nein, warum nicht?

3. Laut Vorlage gab es im vergangenen Jahr eine Verständigung mit den für Schulen Verantwortlichen der Stadt Taucha darüber, dass Schüler aus Taucha auch die Tauchaer Mittelschule besuchen. Wie ist diese Äußerung zu verstehen? Müssen nun Tauchaer Schüler die Tauchaer Mittelschule besuchen? Dürften bzw. konnten die Schüler vorher diese Schule nicht besuchen und gingen deshalb in die Mittelschule in Portitz? Gab es vielleicht andere Gründe (z. B. Umfeld, vermutete Qualität, Ausstrahlung ...), die Tauchaer Schüler und ihre Eltern dazu bewegten, sich um einen Platz an der Mittelschule in Portitz zu bemühen?

4. Wie schätzt das Stadtplanungsamt die Entwicklung der Parkstadt 2000 ein? Wird dieses Gebiet bzw. der gesamte Ortsteil Portitz – Plaußig eine Aufwertung durch die in unmittel barer Nähe erfolgte Ansiedlung des BMW-Werkes und einiger Zulieferbetriebe erfahren? Wenn ja, in welchem Zeitraum wird es spürbare Veränderungen geben?

Anmerkung:

Antwort
durch das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule vom 22.01.2004

Zu 1. Bildung einer Mittelschule Portitz-Thekla

Die Möglichkeit der Bildung einer Verbund-Mittelschule Portitz-Thekla wurde durch die Verwaltung im Vorfeld geprüft. Anders als in Grünau – wo die Gebäude der beiden Gymnasien die Kapazität für zwei eigenständige Gymnasien aufweisen – ist das bei der Mittelschule Portitz eben nicht der Fall, da diese Schule nicht zweizügig geführt werden kann. Die Führung einer zusätzlichen Außenstelle bei einer bestehenden Mittelschule ist pädagogisch und schulorganisatorisch nur sehr schwer oder nicht realisierbar, was der einjährige Betrieb der 14. Schule als Außenstelle der 56. Schule gezeigt hat. Sowohl Schüler- und Elternschaft, als auch die Leitung und die Lehrer der 56. Schule haben bereits nach kurzer Zeit gefordert, diese Außenstelle möglichst schnell aufzugeben.

Zu 2. Bedarfsentwicklung – Schüler aus Taucha

In der dargestellten Tabelle der Bedarfsentwicklung sind Tauchaer Schüler nicht berücksichtigt.Die Stadt Leipzig ist nicht verpflichtet, die Schulversorgung auswärtiger Schüler zu gewährleisten, insbesondere auch deshalb, weil eine eigenständige Mittelschule in Taucha vorhanden ist.

Zu 3. Schüler aus Taucha

Bezüglich des Besuches von Mittelschülern aus der Stadt Taucha, welche die Portitzer Mittelschule besuchen, gab es über einige Jahre eine gewisse Tradition, was dazu geführt hat, dass in etlichen Jahrgängen die Hälfte der Schülerschaft aus Taucha kam, Beginnend mit dem Schuljahr 2003/04 hatte die Stadt Taucha jedoch Probleme mit der Erfüllung der notwendigen Jahrgangsstärken als Kriterium für die Einrichtung fünfter Klassen. Es drohte der Mitwirkungsentzug seitens der Schulaufsichtsbehörde, der mit verstärkter Werbung für die Mittelschule Taucha abgewendet wurde.

Zu 4. Entwicklung der Parkstadt 2000 – BMW-Werk

Durch das BMW-Werk werden ca. 5.000 Arbeitsplätze entstehen. Durch Ansiedlung von Zulieferbetrieben wird die Zahl der Arbeitsplätze schrittweise weiter steigen. Es wird erwartet, dass dies bis 2010 nur zu einem zusätzlichen Zuzug von einigen hundert Haushalten in den Nord-/Nord-ostraum der Stadt Leipzig führt, da
- die zukünftigen Beschäftigten weitaus überwiegend aus der Region Leipzig-Halle kommen und nur zu einem geringen Teil im Zuge der Neubeschäftigung ihren Wohnstandort verändern werden sowie
- die Nähe zum Arbeitsort nur eines von vielen Kriterien bei der Wohnstandortwahl ist.

Dieser Zuzug wird sich auf alle Ortsteile im Umfeld des BMW-Werkes verteilen (Plaußig-Portitz, Thekla, Mockau-Nord, Wiederitzsch, Seehausen), so dass die Auswirkungen auf den Rückgang des Wohnungsleerstandes bzw. den Neubau von Eigenheimen in den einzelnen Ortsteilen relativ gering sind. Demnach ist nicht zu erwarten, dass die BMW-Ansiedlung zu einem Zuzug nach Plaußig-Portitz führt, der erheblichem Einfluss auf die Schülerzahlen hat.

Der Bebauungsplan Nr. 25.1 "Wohngebiet Portitz-Süd" (Parkstadt 2000) ist seit dem 11.10.1997 rechtskräftig. Er ist die planungsrechtliche Grundlage für die Realisierung von ca. l.500 WE (jeweils zur Hälfte Geschosswohnungsbau und Einfamilienhäuser), einer Kindertagesstätte, einer Grundschule und öffentlicher Grünflächen.

In den letzten Jahren wurden allerdings lediglich etwa 100 WE überwiegend in Form von Reihenhäusern realisiert. Der weitere Fortschritt der Bebauung des Gebietes hängt von der CKV Immobilien Holding München ab, die sich gegenüber der Stadt Leipzig vertraglich zur Erschließung und Entwicklung verpflichtet hat.
Den mit diesem Vertrag verbundenen Verpflichtungen ist die Firma CKV bisher nachgekommen. Es wird abschnittsweise erschlossen und gebaut.

Aufgrund der geschilderten Rahmenbedingungen kann derzeit keine verlässliche Prognose abgegeben werden Der Projektentwickler rechnet mit einer Vermarktung von jährlich etwa 15 Einfamilienhäusern.

In einer Beratung am 14.10.2003, die vom Amtsleiter des Stadtplanungsamtes im Auftrag des Beigeordneten für Stadtentwicklung und Bau moderiert wurde, teilte der Geschäftsführer der CKV, Herr Krawinkel mit, dass CKV am bestehenden Planungsrecht festhält und dass er derzeit mit einer Vermarktung von etwa 15 Einfamilienhäusern jährlich rechnet.

Unter Berücksichtung der bisherigen Entwicklung, der derzeitigen Situation und dem veränderten Nachfrageverhalten am Wohnungsmarkt, einer Vielzahl von Standorten für den Bau von Einfamilienhäusern sowie der Nachteile des Standortes Parkstadt 2000 (hoher Anteil an Geschoss-wohnungsbau, Nähe zur Autobahn, von CKV zu erbringende Lärmschutzmaßnahmen) wird seitens der Verwaltung nicht mit der zügigen weiteren Entwicklung am Standort gerechnet.