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Jens Herrmann

Gründe der Verwaltung für die Aufhebung der 54. Mittelschule

Für welche Schule wurde denn nun der Mitwirkungsentzug des Freistaates an der Unterhaltung der Schule schon für das laufende Schuljahr ausgesprochen? Welche Auswirkungen auf den städtischen Haushalt und auf die schulische Bildung hat dieser Entzug?

Im Zusammenhang mit der Drucksache Ш/3429 bitte ich um Beantwortung folgender Fragen:

1.Laut Vorlage, Seite 2, wurde bereits für das Schuljahr 2003/2004 seitens des Staatsministeriums für Kultus für eine der beiden Mittelschulen der Mitwirkungsentzug ausgesprochen. Für welche Schule wurde denn nun der Mitwirkungsentzug des Freistaates an der Unterhaltung der Schule schon für das laufende Schuljahr ausgesprochen? Welche Auswirkungen auf den städtischen Haushalt und auf die schulische Bildung hat dieser Entzug? Liegt dieser Mitwirkungsentzug schriftlich vor? Wenn ja, wird dieses Schreiben dem Stadtrat bis zur Entscheidung über die Vorlage zur Kenntnis gegeben?

2. Wurde durch die Stadtverwaltung vor Übergabe der Drucksache an den Stadtrat die Möglichkeit der Bildung einer Mittelschule Connewitz analog des Gymnasiums Grünau geprüft?

3. Welche Tatsachen führten zu einer Veränderung der Verwaltungsmeinung gegenüber dem gültigen Schulentwicklungsplan?

4. Welche Auswirkungen wird der geschilderte Anstieg von Grundschülern im Süden Leipzig auf die Mittelschule haben? Wieso ist die Kapazität der 3. Grundschule bereits erschöpft und auch dadurch das Raumangebot der 54. Grundschule zu gering? Welche Auswirkung hat dies auch auf den Schulweg der Grundschüler? Seit wann weiß die Stadtverwaltung von dieser Tatsache? War die Schließung der Herder-Grundschule ein Fehler?

5. Warum wurde bei der Aufhebung des Mommsen-Gymnasiums von der notwendigen Verlagerung der Mittelschule gesprochen, aber heute der Hinweis darauf als nicht relevant zurückgewiesen?

Anmerkung:

Antwortdurch das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
vom 22.01.2004

Zu 1. Welche Schule erhielt den Mitwirkungsentzug und welche Auswirkungen entstehen dadurch?

Für das Schuljahr 2003/04 erhielt die Stadt Leipzig für die Herderschule – Mittelschule – den Mitwirkungsentzug. Das bedeutet in diesem Zusammenhang, dass im Gebäude der Herderschule zwei weitere Klassenräume nicht benötigt und benutzt werden und die Fachräume einem geringeren Auslastungsgrad unterliegen. Der Entzug wirkt sich in diesem Schuljahr nicht direkt auf die schulische Bildung in der Herderschule aus, ist aber aus pädagogischer Sicht unglücklich, da für die Schüler sowie für das Wohnumfeld eine sichtbare Abwertung Ihrer Bildungseinrichtung dokumentiert wird. Der Mitwirkungsentzug durch das Staatministerium für Kultus liegt dem Schulverwaltungsamt schriftlich vor und kann bei Bedarf den Fraktionen als Kopie zur Verfügung gestellt werden.

Zu 2. Bildung einer Mittelschule Connewitz

Mit dem Wissen, dass im südlichen Raum von Leipzig ein drastischer Schülerrückgang in den letzten Jahren zu verzeichnet ist, wurde die Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen der Herderschule und der 54. Schule – Mittelschule - durch die Verwaltung im Vorfeld geprüft und in einem Schreiben dem Regionalschulamt am 26.03.2003 auch so vorgeschlagen. Die Stadt Leipzig hatte in dem Schreiben die inhaltliche Zusammenarbeit beider Schulen und die Klassenbildung der Klassenstufe 5 an zwei Standorten angedacht. Mit dem Mitwirkungsentzug wurde der Vorschlag der Stadt Leipzig durch das Staatsministerium für Kultus jedoch abgelehnt.
Angesichts der zu erwartenden Schülerzahlen ist die Bildung einer Mittelschule an zwei Standorten nicht sinnvoll.

Zu 3. Meinungsänderung zum Schulentwicklungsplan durch die Verwaltung

Bei der Erarbeitung des bestätigten Schulentwicklungsplanes für die allgemein bildenden Schulen lagen zum damaligen Zeitpunkt Schülerzahlprognosen vor, die die Annahme bestätigen musste, dass im Planungsbereich Süd ein Mittelschulangebot bis zur 8-Zügigkeit erforderlich ist. Damit wären drei Schulstandorte benötigt worden (51. Schule, 54. Schule und Herderschule). Das Zu- und Wegzugverhalten in den letzten Jahren zeigt aber in diesem Gebiet, dass nur noch eine Vierzügigkeit im Mittelschulbereich erreicht wird. Aus diesem Grund muss die Darstellung zur Entwicklung des Schulangebotes der aktuellen Schülerzahlentwicklung angepasst und die Aussage im Schulentwicklungsplan korrigiert werden. Im Planungsbereich Süd werden, wie die Anmeldezahlen leider zeigen, nur noch zwei Mittelschulstandorte benötigt.
In der rückläufigen Schülerzahlentwicklung sowie mit der Novellierung des Sächsischen Schulgesetzes sind Voraussetzungen entstanden, die die Bedingungen für eine Schulnetzplanung vorgeben und in der Vorlage, Drucksache III/3431 Punkt 2, detaillierter begründet.

Zu 4. Auswirkungen des Schüleranstieges im Grundschulbereich

Der sich augenblicklich andeutende leichte Schüleranstieg im Grundschulbereich kann mit der gesamten Gebäudekapazität der 54. Schule, 3. Schule, 8. Schule und der 9. Schule für die Grundschüler im Leipziger Süden abgedeckt werden. Ein zusätzlicher Grundschulstandort wird deshalb im südlichen Raum nicht benötigt. Es ist auch nicht vorgesehen, die Schulbezirke zum jetzigen Zeitpunkt zu ändern.

Zu 5. Verlagerung der Mittelschule in das Gebäude der Theodor-Mommsen-Schule

Zum Zeitpunkt der Erarbeitung des Schulentwicklungsplanes sind die Planer an Hand der Schülerzahlen noch vom Bedarf von drei Mittelschulen im südlichen Raum ausgegangen. Da die Raumkapazitäten der 54. Schule schon zu diesem Zeitpunkt als Grundschul- und Hortstandort in Betracht gezogen wurden, hätte man bei gleichbleibend hohen Schülerzahlen außerdem noch das Gebäude der Theodor-Mommsen-Schule neben dem Gebäude der Herderschule und der 51. Schule benötigt. In der Vorlage III/3429, Punkt 8, wurde dieser Planungsprozess dargelegt. Leider zeigen nun die aktuellen Schülerzahlen eine andere Entwicklung auf, so dass die Nutzung des Gebäudes der Theodor-Mommsen-Schule für eine Mittelschule nicht erforderlich ist und eine sinnvolle und noch zu bestimmende Nachnutzung bis 2007 erfolgen sollte.