Zum Hauptinhalt springen

Marco Götze

Ohne die Arbeit von Schulsachbearbeiter:innen ist ein Schulbetrieb nahezu unmöglich!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,  

sehr geehrte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister,  

sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte, 

Ortschaftsrätinnen und Ortschaftsräte, 

sehr geehrte Mitglieder des Jugendparlaments, 

sehr geehrte Wahrnehmende dieser Ratsversammlung  

auf der Tribüne und im Livestream, 

 

wenn Sie Ihr Kind anmelden, abmelden, krankmelden, rufen Sie im Sekretariat der Schule an. Wenn Sie mitgeteilt bekommen, dass Ihr Kind krank ist, dann ruft Sie meist das Sekretariat an. Wer telefoniert im Zweifel mit dem Notarzt, raten Sie mal … Wenn ich dringenden Kontakt zu Eltern brauche, gehe ich als Lehrer ins Sekretariat. Ebenso bei Postangelegenheiten, Schüler*innenfahrkarten, Formularen, Bestellungen, meiner Krankschreibung etc. Wer hatte während der ganzen Pandemie fast nie Homeoffice, und hält selbst den Großteil der Ferien den Betrieb aufrecht, richtig, das Schulsekretariat. Nur als wenige weitere Aufgaben erwähnt, die Schüler:innenkartei, Abrechnungen, Terminvermittlungen etc etc. Das Telefon steht nie still, die Emails gehen im Sekundentakt ein. Das organisatorische Herz einer jeden Schule, ohne das nichts geht und ohne das nichts läuft, ist der Arbeitsort von Schulsachbearbeiter:innen. Es handelt sich bei diesem Personenkreis eben um unsere, um städtische Angestellte. Eine kleine Gruppe, aber eine im wahrsten Sinne des Wortes systemrelevante. Ohne diese Arbeit ist ein Schulbetrieb nahezu unmöglich. Wo Ausfälle durch Überlastung und Krankheit stattfinden, bemerkt man erst einmal bei geschlossenen Sekretariaten, wie wichtig Schulsachbearbeiter:innen im Schulbetrieb sind. Ein Springer:innenpool kann kompensieren, nach Meinung der antragstellenden Fraktionen aber bisher nur  unzureichend. Es sind einfach zu wenige. Das steht für uns fest und ist erlebte Realität. Und es bemerkten auch andere im Schulsystem, zuvorderst engagierte Schulleiter:innen. 

Diese haben die Hauptverantwortung für den Schulbetrieb, sie melden sich unterdessen mit den Defiziten des Unterstützungssystems zu Wort, ich erinnere an die kürzlich erst aufgeworfene Frage der Schulsozialarbeit an allen Schulformen. 

Für die antragstellenden Fraktionen steht fest, dass Schulsachbearbeiter:innen eben eine ungleich höhere Belastung  haben als andere Sachbearbeiter:innen. In Schulen ziehen Kinder keine Nummer und warten stundenlang auf  einen kanalisierenden Monitor, welchem Sachbearbeiter:innenplatz sie zugewiesen sind. Es sitzt auch keine Security da, die den Impfstatus überprüft. Man bucht auch keinen Termin. Im Zweifel muss eben ein Dutzend oder mehr Angelegenheiten in einer Pause parallel abgewickelt werden. Hinzu kommen Aufgaben, die in Ämtern schlicht kaum vorstellbar sind. Ich will ganz bestimmt nicht kleinreden, was in Ämtern der Verwaltung geleistet wird, gerade in solchen, die Publikumsverkehr abwickeln. Ich habe davor großen Respekt. Aber Schule ist eine spezielle Hausnummer. Schulsachbearbeiter:innen haben eine hohe Verantwortung und müssen  eben nicht nur mit den Erwachsenen, sondern in hohem Maße empathisch und geduldig mit Kindern und Jugendlichen umgehen. Sie haben gar keine andere Wahl. Das steht für uns fest. 

Es ist äußerst löblich und ich bin auch dankbar dafür, dass die Verwaltung derzeit eine Evaluation der Tätigkeiten durchführt. Aber es heißt eben auch: „Es gibt nichts Gutes außer man tut es.“ Sollte sich bei der Evaluation herausstellen, dass die Ansätze der beiden beantragenden Fraktionen für unser Anliegen, Schulsachbearbeiter:innen besser zu stellen, die personelle Absicherung zu gewährleisten und aufzustocken, nicht hinreichen, werden wir die letzten sein, die sich dem verschließen. Und die Evaluation wird nie umsonst sein. Sie führt immer zu einer verbesserten Grundlage späterer Stellenpläne und Personalzuweisung. 

Aber wir wollen, dass es ein wichtiges Signal gibt: Wir sehen Eure Belastung, wir sehen Eure Probleme. Und: es geht auch wirklich voran. Ich möchte an dieser Stelle bemerken, obgleich nicht im Antrag selbst, viele haben Coronazeitbelastungsboni erhalten. Diese Gruppe hätte es absolut verdient und es steht uns gut zu Gesicht, uns hier erkenntlich zu zeigen. Wir haben auch die Überprüfung der Arbeitsbedingungen mit in das Antragsbegehren aufgenommen, denn es ist nicht allein so, dass Bezahlung und Ersatz verbessert werden müssen. Es geht auch um die Arbeitsbedingungen. Da vertrauen wir mit Vorschuss ganz auf die Weisheit der Verwaltung, dass Sie bürokratische Belastungen bei Einkauf und Schulverwaltung, bei Aufgabenbeschreibung und auch Grenzen der Tätigkeit überprüfen und reformieren kann. Dass dies geschehen muss, steht für uns ebenfalls fest. 

Ich kann an dieser Stelle nur an Sie appellieren, Folgen Sie dem Antrag und nicht dem Verwaltungsstandpunkt. Verschieben Sie die Tat nicht auf die ferne Zukunft. Mit der Zustimmung ruinieren Sie die Stadt gewiss nicht. Ungleichbehandlung ist gar nicht zu befürchten, bei Gruppen die viele grundverschiedene Tätigkeiten haben. Wo ein Wille ist, wäre auch ein Weg. 

Und der heißt Zustimmung. 

Vielen Dank. 

 

Presse


Michael Neuhaus

Energie und Klimaschutzprogramm 2030 - mehr Paris, mehr Klimagerechtigkeit wagen!

Am Mittwoch, dem 22. Juni 2022, hat die Stadt Leipzig den Entwurf für das Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 (EKSP 2030) vorgestellt. Als LINKE begrüßen wir das EKSP 2030 ausdrücklich, kritisieren jedoch, dass es trotz der Verschärfung der Leipziger Klimaziele immer noch nicht dem Pariser Klimaschutzabkommen entspricht. Wir werden daher zeitnah… Weiterlesen