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Marco Götze

Marco Götze: Möglichkeiten für Gemeinschaftsschulen schaffen!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte, sehr geehrte Ortschaftsräte, ganz ausdrücklich auch liebe Mitglieder des Jugendparlaments, sehr geehrte Wahrnehmende dieser Ratsversammlung hier und am Livestream,

vorab und nicht hinterher:

Das geteilte Schulsystem ist nicht mehr zukunftsfähig, es ist ungerecht und unfähig, allen Kindern gleiche Lernchancen zu gewähren. Es hat Defizite, aber das größte Defizit ist das geteilte Schulsystem selbst.  Gemeinschaftsschule bedeutet für uns nicht den zweiten Aufguss eines ausgelutschten Teebeutels a lá POS-DDR-Zeit, sondern wir reden von einer modernen Gemeinschaftsschule nicht mit äußerer, sondern innerer Differenzierung.

Wir sind Realpolitikerinnen und Realpolitiker genug, um im Hier und Jetzt das Beste draus zu machen, bis das falsche Einteilen von Kindern im Alter von 10 Jahren in später Studierende und den Rest endgültig fällt. Immerhin, es gibt nach langer Verweigerung dieses Freistaates und nur zwei Modellschulen endlich die Möglichkeit der Gemeinschaftsschule. Das ist ein großer Fortschritt. Das ist die Zukunft.

Wir können uns nicht leiten lassen von einem Bild, das wir von Inklusion schwätzen und zum anderen ein exkludierendes Schulsystem pflegen. Ich prophezeie Ihnen, die überkommene Teilung wird bröckeln und später fallen. Schon heute muss die Gestaltung von Schulbauten gemeinschaftsschulkonform erfolgen:

  1. weil wir nunmehr nicht zwei, sondern drei weiterführende Schulformen haben und in Leipzig die Gebäude flexibel nutzen können/müssen;
  2. weil wir es uns sparen können, die Schulen später umbauen zu müssen, wenn sich einzelne Schulen zu Gemeinschaftsschulen wandeln werden;
  3. weil Gemeinschaftsschulen mit vielfältiger Förderung die Zukunft gehört.

Nein, ich bin als Gymnasiallehrer kein Verräter am Bildungssystem. Das längere gemeinsame Lernen, möglichst weitgehend, eröffnet die besten Chancen für neue die Schule. Das längere gemeinsame Lernen lässt die Zeit, tatsächlich erst nach erfolgreicher Schullaufbahn eine Auswahl für ein Abitur zu treffen. Heute lösen viele das Ticket mit neun Jahren, die eigentlich es damit auch schwer haben und überfordert sind, manche sogar unwillig.

Auf der anderen Seite, viel schlimmer, bekommen die anderen eine schlechtere Fahrkarte, obwohl sie nicht weniger intelligent sind, nicht weniger Potenziale haben. Ihnen wird die Leistungsspitze genommen, der Übergang der ins Gymnasium ist bei denen, die es tatsächlich schaffen, sehr, sehr schwierig. Das kann ich aus Dutzenden Fällen tatsächlich belegen. Wo die Möglichkeit zu Gemeinschaftsschulen existiert, müssen wir sie baulich schaffen.

Insofern bin ich der SPD recht dankbar für diesen Antrag, der vielleicht bessere Chancen hat, weil Sie ihn stellen. Auch, dass diese Schulform Gemeinschaftsschule, wie im Punkt 2 beschrieben, gefördert wird, ist gut und richtig. In jedem Stadtteil sollte es künftig die Möglichkeit geben, diese Schulform zu wählen. Es wird viele Eltern geben, meine Damen und Herren, die dankbar sind, wenn ihre Kinder eine offene Zukunft haben, wenn die Bildungsentwicklung erst einmal angesehen wird, wenn die die Studieroption nicht frühzeitig begraben wird, möglich ist, aber auch andere Wege drin sind.

Sehr geehrte Wahrnehmende, die Gemeinschaftsschule allein löst nicht alle Probleme, sie ist auch nicht das Allheilmittel, sie muss gut ausgestaltet und ausgestattet sein: materiell und personell. Sie ist eine Voraussetzung auf dem Weg zu einem gerechteren, chancengleichen, faireren Schulsystem, in dem nicht frühzeitig Kindersortieren unsinnig vorgenommen wird, sondern in dem im Verlaufe der Schulzeit jede und jeder sich entwickeln kann, ohne frühzeitig mit Etiketten versehen zu werden.

Der Antrag ist ein weiterer Baustein auf diesem Weg und wir stimmen ihm selbstredend zu.

Vielen Dank.

Presse


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