In 21 Schulbibliotheken der Leipziger Schulen schlossen sich am 31. August die Türen; die Arbeitsgelegenheiten der Schulbibliothekare liefen aus.
14 sollen umgehend, d. h. voraussichtlich bis Mitte September wieder besetzt werden. Hier ist schnelles Handeln der ARGE und des Kommunalen Eigenbetriebes notwendig. Für sieben Schulbibliotheken in fünf Grundschulen, der Außenstelle der Mittelschule Paunsdorf und des Kepler-Gymnasiums ist keine kurzfristige Lösung in Sicht. Das ist nicht hinnehmbar. Die Schulbibliothek der Paunsdorfer Mittelschule sowie des Kepler-Gymnasiums liegen in Stadtteilen, wo ein nicht geringer Anteil von Familien leben, die über keinen Internetanschluss verfügen, wo Fachliteratur fehlt. Es darf zu keiner Benachteilung eines Teils der Schüler kommen.
Wie notwendig das Betreiben der Schulbibliotheken ist, zeigt das Beispiel der Henriette-Goldschmidt-Schule, BSZ 11. Hier ist die Bibliothek für die Absicherung des Fachunterrichtes unerlässlich. Die Schüler leihen sich die Fachbücher aus, die sie für ihre Ausbildung benötigen. Zudem hält die Bibliothek Klassensätze fachspezifischer Literatur vor, ohne die Facharbeiten oder Gruppenarbeiten nicht möglich sind. Die Schüler erhalten ihre Leihexemplare der Pflichtliteratur über die Schulbibliothek. Wie diese Ausleihe zukünftig abgesichert werden soll, ist ungewiss. Da die Fachliteratur auch in anderen Leipziger Bibliotheken, wie Uni-Bibliothek oder Deutsche Bücherei, nicht in der notwendigen Anzahl verfügbar sind, stehen die Fachschüler zur Zeit vor einem größeren Problem. Darüber hinaus hält die Bibliothek die einzigen auch in der unterrichtsfreien Zeit nutzbaren Internetarbeitsplätze vor. Dieses Beispiel ist kein Einzelfall. Das Problem, dass Schulbibliotheken schließen müssen, weil die entsprechenden Personalstellen nicht verlängert werden, ist nicht neu und trifft auf nahezu jede Schulbibliothek zu. Aber bisher wurde ein kontinuierlicher Übergang gesichert. Für 14 Schulen soll das zwar so sein, aber die sieben Schulen auf der „Nachrückerliste“ akzeptieren wir nicht.
Die Fraktion DIE LINKE fordert die Stadtverwaltung auf, eine schnelle Lösung zu finden.