27. August 2010 Siegfried Schlegel

Neue Umfeldbebauung des Wohnhochhauses Wintergartenstraße ermöglicht unterschiedliche Nutzungen und Fassaden und kann abschnittsweise gebaut werden

Die Fraktion DIE LINKE begrüßt die Ergebnisse des von der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) organisierten städtebaulichen  Ideenwettbewerbs zur Freiraumgestaltung und Bebauung des Umfeldes des höchsten ostdeutschen Wohnhochhauses in der Wintergartenstraße. 
Die bisherigen Planvorstellungen von 1998, die in Konkurrenz zu anderen Planungen in benachbarten Quartieren und im Stadtzentrum entstanden, wie ein großes Kinozentrum  oder ein großes Fitnesszentrum,  haben sich inzwischen überholt, da sich andere Standorte innerhalb des Stadtzentrums etabliert haben. Ebenso ist der von interessierten Investoren prognostizierte Bedarf nicht eingetreten und wird auch zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht entstehen. So konnten sich beim jetzigen städtebaulichen Ideenwettbewerb jene Entwürfe als Preisträger durchsetzen, die nur eine teilweise, statt einer maximalen Flächenausnutzung für eine Bebauung entlang der Wintergarten-, Quer- und Schützenstraße vorsehen. Auf den ersten Blick erscheint der Entwurf Kleihues + Kleihues aus Berlin interessant, der historisierende, an die Gründerzeit erinnernde, Gebäudeblöcke mit Walmdächern und Fassaden für die Neubebauung vorsieht. Stattdessen schlagen die ersten Preisträger einzeln stehende, kantige, mehrgeschossige, kompakte Gebäudeformen vor. Zwei Siegerentwürfe von Kühn Halvezzi Architekten Berlin sowie von Kister Scheithauer Gross aus Leipzig wurden auf den 1. Platz gesetzt, da sich die Jury beide Lösungen für die Realisierung vorstellen kann. Sie sind aber auch teilweise nicht kompatibel.

Hervorzuheben ist, dass die für diesen Standort denkbaren Funktionen Hotel und Gastronomie, Wohnen und Büro mit kleinteiligem Einzelhandel in den Erdgeschosszonen in allen Baukörpern möglich sind. Bei nachfolgenden Wettbewerben könnten Fassaden entstehen, die selbstbewusst die heutige Architektursprache widerspiegeln. Ohne in Konkurrenz  zu stehen, können die neu entstehenden Gebäude eine wichtige städtebauliche Ergänzung am Ring und zu den Funktionen des Stadtzentrums sowie benachbarter Stadtquartiere sein.