Der Änderungsantrag der Bauexperten der Fraktion DIE LINKE, Dr. Bernhard Brand und Siegfried Schlegel, für die neu zu schaffenden 4 Unterrichtsräume an der Mittelschule Wiederitzsch auf eine provisorische Containerlösung in Leichtbauweise zur verzichten und statt dessen einen festen Erweiterungsbau zu errichten, wurde von der übergroßen Mehrheit im Verwaltungsausschuss abgelehnt. Der Ausschuss bestätigte damit, dass dieses neuerliche Containerprovisorium komplett von der Stadt bezahlt wird, obwohl Schulneubau und -sanierung förderfähig sind.
Erst in der Sitzung des Verwaltungsausschusses wurde bekannt, dass die Stadt den Leichtbau für den langfristig sicheren Schulstandort in Wiederitzsch erwerben will und dieser 10 bis 20 Jahre genutzt werden soll. Da stellt sich erst Recht die Frage, warum diese Erweiterung nicht als fester Gebäudeanbau errichtet wird und Fördermittel eingeworben werden. In der Begründung zur Ablehnung des Änderungsantrags verwies Oberbürgermeister Jung, darauf, dass dies eine ausschließlich politische Entscheidung in Erfüllung des Eingemeindungsvertrages sei, da Wiederitzsch sich freiwillig nach Leipzig hat eingemeinden lassen.
Dem entgegnete Stadtrat Siegfried Schlegel, dass sich seine politischen Entscheidungen vom Fachverstand als Bauingenieur nicht trennen lassen.
Für Stadtrat Siegfried Schlegel ist als Bauingenieur ergebnisorientierte Politik nur mit Anwendung von Fachwissen erfolgreich, weil dadurch sinnvoll gespart werden kann ohne immer verzichten zu müssen.
Als der OBM darauf verwies, dass Leipzig keine zusätzlichen Fördermittel und nach 2012 überhaupt keine Fördermittel mehr zur Verfügung stehen, forderte Stadtrat Schlegel, Umschichtungen bei den Neubauten ohne Verzicht auf Nutzflächen vorzunehmen. Statt Abriss und Neubau der 3-Feldsporthalle am Schulcampus Straße des 18. Oktober könnte die bestehende Halle entsprechend der neuen Bedürfnisse umgebaut werden. Das ist über 600 mal in der ehemaligen DDR und mehrere hundert mal in den zurück liegenden 20 Jahren geschehen.
Mit Spannung erwartet Stadtrat Schlegel daher die Rede des Kämmerers zur Notwendigkeit von Einsparungen im Haushalt 2011.