31. August 2010 Siegfried Schlegel

Eine finanzarme Stadt kann es sich nicht leisten, billig zu bauen – statt neuer Container fester Erweiterungsbau für Schulstandort Wiederitzsch

Die Bauexperten der Fraktion DIE LINKE, Dr. Bernhard Brand und Siegfried Schlegel, stellen  Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit und damit Sinn eines neuen Schulcontainerabenteuers für den langfristig sinnvollen Schulstandort in Leipzig-Wiederitzsch in Frage.

Offensichtlich ist im Schulverwaltungsamt eine „Containerphobie“ ausgebrochen. Seit Jahren ist Wirrwarr angesagt, statt eine zukunftsgerichtete Schulstandortstrategie zu entwickeln. Da Schulgebäude für Jahrzehnte errichtet werden, müssen diese sich ändernden Schulformen Rechnung tragen können. Wenn die Stadtumbau- und Erneuerungsstrategie „Schrumpfung nach urbanen Kernen“ besagt, beinhaltet dies die Stärkung der großstädtischen Siedlungskerne und ihrer Stadtteilzentren. Dazu gehören auch zentral gelegene Schulstandorte und Schulsporthallen als Zentren des geistig-kulturellen und sportlichen Lebens im Stadtteil. Das trifft auf Engelsdorf, Liebertwolkwitz und Wiederitzsch oder Lindenthal gleichermaßen zu, weshalb auch der Erhalt der Paul-Robeson-Schule (Mittelschule) nicht infragegestellt wird. Vielmehr ist das lebensfremde sächsische Schulsystem zu hinterfragen. 

Deshalb fordern die Stadträte Dr. Bernhard Brand und Siegfried Schlegel mit einem Änderungsantrag, die in Wiederitzsch neu zu schaffenden 4 Unterrichtsräume unter Verzicht auf provisorische Container als langfristigen Erweiterungsbau zu errichten. Es soll dabei möglichst auf ein Wiederverwendungsprojekt zurückgegriffen werden und eine eventuelle Nachnutzung für gemeinbedarfliche Zwecke vorgesehen werden. Sie erachten es als notwendig, sich kurzfristig um die Bereitstellung von Fördermitteln zur Kofinanzierung des städtischen Eigenanteils von 400.000 €, zumindest aber um eine förderunschädliche Baudurchführung in 2011, beim Freistaat zu bemühen.
Da entsprechend den Erfahrungen der zurückliegenden Jahre von einem Bedarf von 10 Jahren auszugehen ist, werden sich die Mietkosten, die bisher auf wenige Jahre ausgelegt sein dürften, noch verdoppeln und damit die Kosten eines festen Anbaus überschreiten. Diese können aber über die jährlichen Mietkosten im Verwaltungshaushalt gegenüber dem Stadtrat verschleiert werden. Die vorliegenden Kostenannahmen begründen niemals einen Baubeschluss. Hinzu kommt, dass, wie auch bei der Containerschule in Mitte, die Stadt das Abenteuer vollständig aus eigener Tasche finanziert. Unberücksichtigt sind bisher ebenso Probleme des Schall- und  Wärmeschutzes, da eine Klimaanlage weitere Zusatzkosten verursacht. Nicht hinnehmbar wäre auch eine monolithische Fundamentplatte wie bei der Containerschule in Mitte. 
Es ist unakzeptabel, dass die Stadträte durch das Schulverwaltungsamt zu solchen Abenteuern unter Umgehung des Stadtrates, nur mit Entscheidung des Verwaltungsausschusses, genötigt werden.