Dass die Stadtwerke Leipzig ihren Kunden, die unabhängig von Schwankungen der Strom- und Gaspreise planen wollen, weiterhin die Bestpreis-Produkte anbieten wollen, begrüßt Stadtrat Siegfried Schlegel, Sprecher für Stadtentwicklung der Linksfraktion ausdrücklich. Hingegen hält er es für „unfair“ und zu kurz gedacht, wenn gleichzeitig der Fernwärmepreis ab 01.01.2012 erhöht wird. Die vertraglich vereinbarte Bindung an den Heizölpreis ist nichts anderes als Abzocke der Energiegiganten, da anders als beim internationalen Stromnetz im Leipziger Raum die Fernwärme durch Kraft-Wärmekopplung aus Braunkohle im Kraftwerk Lippendorf und aus Gas im SWL-eigenen Leipziger Gasturbinenheizkraftwerk erzeugt wird. Dies könnte mittelfristig und langfristig dazu führen, dass sich Großkunden, beispielsweise aus der Wohnungswirtschaft, von der Fernwärmeversorgung verabschieden und nach Alternativen für Heizungswärme- und Warmwassererzeugung zum Beispiel durch dezentrale eigene Anlagen suchen.
Damit würden die Stadtwerke selbst in Probleme kommen. Sie haben langjährige Verträge zur Fernwärmeabnahme aus dem Kraftwerk Lippendorf abgeschlossen, welche die Grundlage für den Bau der energetisch und ökologisch sinnvollen Kraftwärmeenergieerzeugungsanlage in Lippendorf sind. Damit würde das System insgesamt in Frage gestellt werden. Gegner von Braunkohlekraftwerken würde es freuen. Es dürfte schwer vermittelbar sein, dass die Mieter von fernwärmebeheizten Wohnungen einen günstigen Stromspartarif für Privatkunden erhalten und stromintensive Industriebetriebe subventionieren.
Auf die Argumentation gegenüber den Fernwärmekunden im Dezember darf man also gespannt sein.