Ursprünglich sollte die Skala bereits zum Ende des Jahres schließen. So steht es im Wirtschaftsplan des Theaters. Umso erfreulicher ist, dass die Theaterleitung die temporäre Schließung nun um drei Monate hinauszögern konnte. Strategisch richtig ist sie dennoch nicht.
Zwar ist das Gebäude der Skala sanierungsbedürftig, aber eine Schließung ohne einen Zukunftsplan halten wir nach wie vor nicht für sinnvoll. Es sei daran erinnert, dass wir auch in der Debatte um die Wirtschaftspläne darauf hingewiesen haben, dass es der falsche Weg ist, mittels Spielstättenschließung die Kürzung der Kulturraummittel zu kompensieren. Auf ein strukturelles Defizit mit einer temporären Maßnahme zu reagieren, ist Augenwischerei.
Der Oberbürgermeister ist aufgefordert, für die Fortführung der Skala und/oder für den Ausbau der Diskothek zeitnah ein Konzept vorzulegen. Denn in der Tat bestreitet niemand, dass eine Zweitspielstätte für ein Sprechtheater zwingend notwendig ist, um kleinere Inszenierungen für junge Regisseure, Autoren und Schauspieler in geschütztem Rahmen zu ermöglichen. Das actori-Gutachten zeigt zudem, dass die knapp 1 Mio Euro bei einer dauerhaften Schließung der Spielstätte nicht im Verhältnis zum künstlerischen Einschnitt steht.
Ich begrüße es sehr, wenn das Theater die anstehende „Ruhephase“ der Skala nutzt, um mit künstlerischen Aktivitäten stärker im Stadtraum präsent zu sein und evtl. auch mit anderen Theaterhäusern zu kooperieren.