27. September 2011 Siegfried Schlegel

Wer attraktives Zentrum begehrt, muss selbst Beitrag dazu leisten

Das Verhalten des Hotel-Investors am Brühl/Reichsstraße kann nur als arrogant und rücksichtslos bewertet werden, begehrt er doch selbst die exklusive Zentrumslage und das attraktive Umfeld, ohne selbst etwas für seine Nachbarn tun zu wollen. Die Linksfraktion teilt deshalb die heute geäußerte Position von Roland Quester (Bündnis 90/Grüne), Vorsitzender des Fachausschusses Stadtentwicklung/ Bau.
Es ist dem Investor freigestellt, die im Gutachterverfahren zur Fassadengestaltung erzielten Kompromisse zu akzeptieren oder aber auf seine Investition zu verzichten und vom Kaufvertrag zurückzutreten. Mit der Fertigstellung der Brühl`schen Höfe und des City-Tunnels sowie der Freiraumgestaltung im Bereich Brühl/Richard-Wagner-Straße ist davon auszugehen, dass sich zeitnah auch für die kompliziert zu bebauenden Museumswinkel Investoren finden werden.

Auch vor dem Hintergrund des noch begonnenen Unister-Baus fordert DIE LINKE den Oberbürgermeister auf, konsequent die Interessen der Stadt zu vertreten. Auch für den Oberbürgermeister gelten Spielregeln, die sich bei der Entwicklung eines attraktiven Stadtzentrums seit 20 Jahren bewährt haben. Dazu gehören die Kommunikation mit dem Gestaltungsforum oder auch die Durchführung von Fassadenwettbewerben.
 
Immer wieder ist selbst von Investoren,  die sich gegen solche Verfahren sträubten, zu hören, dass sie im Ergebnis mit den Bauten sehr zufrieden sind. Nicht zufällig werben zahlreiche Investoren mit ihren Leipziger Standorten. Damit machen sie nicht nur für sich selbst Reklame, sondern auch für die Stadt. Neben der Lebendigkeit der Stadt heben Besucher immer wieder auch die bauliche Attraktivität hervor.
 
Es wäre verheerend, würde die Stadt mit Verweis auf den Gleichbehandlungsgrundsatz erpressbar werden und das Vertrauen von Investoren, die sich mit ihren Vorhaben an entsprechende Verfahren gehalten haben, aufs Spiel setzen.
Die Stadtverwaltung ist gefordert, künftig noch klarer und verbindlicher die Bedingungen für den Verkauf städtischer Liegenschaften auch hinsichtlich einer attraktiven Architektur zu vermitteln.