4. November 2011 Dr. Skadi Jennicke

Personalabbau bei den Städtischen Bibliotheken rückgängig machen!

Bereits seit letztem Jahr schwebt das Damoklesschwert Stellenabbau über den Städtischen Bibliotheken. Die Kürzung beträgt 7,9 Stellen. 4,5 davon können tatsächlich eingespart werden, wenn die neue Technologie RFID eingeführt ist und nicht mehr jedes Medium von einem Mitarbeiter ein- und ausgebucht werden muss. Die übrigen 3,4 Stellen bedeuten Reduzierung von Öffnungszeiten und gar de facto Schließung von einzelnen Stadtteilbibliotheken. Konkret ist vorgesehen, die Stadtteilbibliothek Holzhausen dem dortigen Heimatverein zu übergeben. Dieser ist jedoch weder personell in der Lage noch organisatorisch und funktionell auf den Betrieb einer Bibliothek ausgerichtet.

Die Fraktion DIE LINKE hat aus diesem Grund einen Haushaltsantrag eingebracht, der vorsieht, die Stellenkürzung auf die tatsächlich frei werdenden 4,5 Stellen zu reduzieren. Ein Ausschluss der Stadtteilbibliothek Holzhausen aus dem Verbund der Städtischen Bibliotheken kommt für uns nicht in Frage. Die Bibliothek in Holzhausen ist weit und breit die einzige im gesamten Südosten. Weder in Liebertwolkwitz noch in Probstheida oder in Stötteritz gibt es eine Bibliothek. Der Weg nach Reudnitz/Thonberg ist für die Mehrzahl der Nutzer, insbesondere Ältere oder Kinder und Jugendliche, einfach zu weit. Zudem musste Holzhausen bereits die Schließung der Mittelschule verkraften. Die Bibliothek in Holzhausen verzeichnet stetig steigende Nutzer- und Ausleihzahlen, sie teilt sich das Gebäude mit dem Holzhäuser Jugendclub, der gemeinsame Garten wird im Sommer rege genutzt, in der Bibliothek selbst veranstaltet der Freundeskreis regelmäßig Lesungen.

Aber auch verminderte Öffnungszeiten, vor allem in der Stadtbibliothek am Leuschnerplatz, die ebenfalls die Folge der Stellenkürzung wären, sind inakzeptabel. Was nützt eine rundherum beeindruckend sanierte Bibliothek, wenn sie nicht ausreichend geöffnet ist? Die Städtischen Bibliotheken haben sich in den letzten Jahren unter der Leitung von Dr. Ackermann zu hochattraktiven Bildungs- und Freizeitorten der Stadt entwickelt. Allein im Jahr 2010 haben die Leipzigerinnen und Leipziger knapp 3,6 Millionen Medien entliehen. Und das bei einem Rückgang der Öffnungszeiten von 636,5 (2000) auf 459 (2007ff.) Stunden pro Woche. Das Optimum an Einsparung ist erreicht, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten an der Grenze des Möglichen.

Die Fraktion DIE LINKE hat zudem beantragt, die Mittel für den Neuerwerb von Medien im Jahr der Wiedereröffnung der Bibliothek am Leuschnerplatz um 150.000 Euro zu erhöhen. In den letzten Jahren war dieser Etat, der regulär bei 700.000 Euro veranschlagt ist, um 200.000 Euro gekürzt worden, um die Kosten für das Interim im Städtischen Kaufhaus gegenzufinanzieren. Daraus resultiert ein enormer Rückstand in der Aktualität und im Umfang des Medienbestandes. Auch hier gilt es, dem neu zu eröffnenden Haus ein adäquates Medienangebot gegenüberzustellen.

Für beide Anträge hat die Fraktion konkrete Deckungsquellen im Haushalt benannt.

 

Die Anträge: HP 32-12; HP 33-12