25. Oktober 2011 Dr. Ilse Lauter

Leuschnerplatz – oder doch nicht – oder nur zum Teil – und zu welchem?

Nun soll es doch anders werden – Oberbürgermeister Jung schlägt jetzt vor, nur ein Teil  des Wilhelm-Leuschner-Platzes umzubenennen.

Welcher Teil genau? Diese vor drei Wochen versprochene Konkretisierung bleibt er indes schuldig. Das kann er auch nicht leisten, denn das geht nur über den künstlerischen Wettbewerb zum dort vorgesehenen Denkmal. Die Teilnehmer sollen nicht nur Vorschläge zum Aussehen des Denkmals machen, sondern auch zum Standort, dem benötigten Areal und zur Randflächengestaltung.

Zurzeit haben Interessenten die Möglichkeit, ihre Bewerbung abzugeben. Dann wird eine Auswahlkommission die vierzig besten Vorschläge benennen. Die so benannten Vorschläge werden anonymisiert der Jury eingereicht. Diese befindet dann über die Preisträger – in der Regel drei. Erst danach ist der Stadtrat wieder gefragt und entscheidet sich für eine Variante. Der Ausgang des Verfahrens ist also noch völlig offen.

All das wird sich bis ins Frühjahr 2012 hinziehen – mindestens. Und es wäre eine gute Gelegenheit, die Leipzigerinnen und Leipziger stärker an dieser Entscheidung teilhaben zu lassen, als es bisher geschehen ist.

Eine Beschlussfassung durch den Stadtrat am 17. November 2011 macht daher nicht viel Sinn.

Langsam bekommt man den Eindruck, im Rathaus übt man sich artistisch – Salto mortale bis zum Finale?