12. Dezember 2011 Siegfried Schlegel

Einfache Verkehrslösungen kann es am Augustusplatz nicht geben.

Der Augustusplatz ist ein wichtiger Verkehrsknoten auf dem Innenstadtring mit Verflechtung unterschiedlicher Verkehrsarten und einer der wichtigsten Knoten von Straßenbahnlinien. Er ist zugleich Adresse für Oper, Gewandhaus und Universität und beinhaltet Platzfunktionen für Kultur- und politische Veranstaltungen, für Märkte und als Aufenthalts-, Treff- und Kommunikationspunkt. Es ist unstrittig, dass auch behinderten Menschen und Familien mit Kinderwagen barrierefreie Querungsmöglichkeiten möglichst in Nähe von Kreuzungen angeboten werden müssen.
In der Tat ist vor allem der niveaugleiche Mittelbereich mit Straßenbahnhaltestelle sowie zwei Richtungsfahrbahnen mit Zufahrt zur Tiefgaragenzufahrt an der Einmündung Goethestraße problematisch.  Es war seit 1990 erklärter politischer Wille, eine autoarme Innenstadt einzurichten und dafür Parkmöglichkeiten, möglichst in Tiefgaragen beidseits des Ringes, anzubieten. In der vorhandenen Größe bedürfen diese aus Sicherheitsgründen einer zweiten Ausfahrt.
So wünschenswert es auch ist, einer Bevölkerungsgruppe ihr perfekt gerecht werdende Lösungen anzubieten, ist der Antrag von Stadtrat Udo Berger jedoch nicht zielführend. In seiner Konsequenz würden andere Nutzungsfunktionen be- oder verhindert und stattdessen neue Gefahrenquellen geschaffen. Da z. B. in Fahrstraßen mit Straßenbahnverkehr keine – wie im Antrag vorgeschlagenen – Fußgängerüberwege zulässig sind, sollte in der Goethestraße die Einrichtung einer Fußgängerlichtsignalanlage vor dem Einmündungsbereich der Fußgängerzone Grimmaische Straße geprüft werden. Außerdem sollte für die Goethestraße die Ausweisung als Einbahnstraße geprüft und zwischen Krochhochhaus und Grimmaischer Straße abgepollert werden.

Die Linksfraktion schlägt deshalb in einem Änderungsantrag alternativ vor, dass die Stadtverwaltung die Verkehrssituation auf dem Augustusplatz prüft und unter Beachtung der vielfältigen Funktionen, der Nutzungsansprüche  sowie des Fußgänger-, Straßenbahn-, Fahrrad-, Wirtschafts- und Individualautoverkehrs dazu den Stadtratsgremien im 2. Quartal 2012 verschiedene Lösungsvorschläge unterbreitet. Diese sollten zwingend barrierefreie Querungsmöglichkeiten an Kreuzungsbereichen für Menschen mit Behinderungen einschließen. Auf nicht notwendiges Parken und Halten von Touristenbussen auf der Platzfläche sollte verzichtet werden. Die in der Neufassung des Antrages unterbreiteten Vorschläge sollen in den Untersuchungen mit geprüft werden.

Da es in städtischen Strukturen sehr unterschiedliche Ansprüche gibt, sind einfache Lösungen nicht möglich und Kompromisse unverzichtbar.