Grundsätzlich kann sich die Linksfraktion an der Ecke Hainstraße/Große Fleischergasse ein Geschäftshaus auch mit größer flächigen Einzelhandelsangeboten vorstellen. Probleme hat die Linksfraktion aber mit den derzeitigen, offensichtlich noch unfertigen, Konzepten. Trotzdem ist es zu begrüßen, dass der Investor seine Vorstellungen frühzeitig der Öffentlichkeit und den Mitgliedern des Fachausschusses Stadtentwicklung und Bau unterbreitet hat.
Wenn, wie vorgesehen, die Spitze zum Brühl als gestaltete Vorfläche frei bleibt, ist auch eine kompakte Bebauung denkbar. Auch wenn sich viele eine Passage in diesem Neubau wünschen, so sollte ehrlicherweise dann darauf verzichtet werden, wenn am Ende nur eine ungeliebte und unattraktive Tunnellösung realisiert würde. Selbst einem wenig bauinteressierten Leipziger und Leipzig-Besucher erscheinen die bisher veröffentlichten Fassadenskizzen beliebig und deshalb der Attraktivität des Standortes kaum angemessen. Die bisherige Lösung erinnert stark an gestapelte Einkaufshallen wie auf der „grünen Wiese“. Deshalb sollte im Rahmen eines Fassadenwettbewerbs mit mehreren Architekturbüros ein überzeugender Fassadenentwurf gesucht werden, der in moderner Form Bezug auf die umgebende Bebauung nimmt.
Auch wenn die Stadt bezüglich der Einzelhandelsflächengröße auf den ehemaligen LWB-Grundstücken am Brühl direkt Einfluss nehmen konnte, so sollten für den Neubau des Geschäftshauses ähnliche Maßstäbe angelegt werden. Bei den Brühl`schen Höfen wurden akribisch über jeden Quadratmeter Schuh- und Textilladen umfangreiche Debatten geführt und Einzelhandelsgutachten verlangt, ebenso bei den Factory Outlet –Centern auf der „grünen Wiese“. Im bisherigen Bebauungsplan „Nutzungsarten“ und den Innenstadtkonzepten sind lediglich 3 Kaufhausstandorte ohne andere Nutzungen ausgewiesen worden. Das sind Karstadt, Galeria Kaufhof das und ehemalige Konsument Warenhaus. Deshalb sollten für diesen Neubau noch andere Nutzungen, wie Wohnen, vorgesehen werden. Diese könnten in den Obergeschossen oder als eigenständiges Segment im Neubau untergebracht werden. Die Linksfraktion ist sich sicher, dass die Düsseldorfer CENTRUM Grundstücksgesellschaft als Träger des urbanicom-Preises 2009 auch im Leipziger Stadtzentrum die Ziele dieses Preises wie Multifunktionalität, attraktive Erlebnis- und Freizeitzentren und Kultur als Anker umsetzen wird.