10. Januar 2012 Siegfried Schlegel

Grünflächengestaltung des ehemaligen „Kartoffelbahnhof“ an der Richard-Lehmann-Straße nicht für späteren Ausgleich blockieren

Das Areal des ehemaligen Kartoffelbahnhofs soll als Ausgleichsmaßnahme Nr. 10 „Kohlrabizirkus“ im Zusammenhang mit der Betriebserweiterung des Porschewerkes in Radefeld  vorgehalten werden. Jedoch würde diese erst zu einem späteren Zeitpunkt bei einer  nochmaligen Ausdehnung des Autowerkes als Grünfläche gestaltet werden. Bis zu diesem völlig unbestimmten Zeitpunkt ist dann aber diese Teilfläche des Grünzugs vom ehemaligen Bayrischen zum Connewitzer Bahnhof blockiert. Da sie nicht als Ausgleich für die jetzige Werkserweiterung vorgesehen ist, sollte sie deshalb sinnvoller weise ganz aus dem entsprechenden städtebaulichen Vertrag herausgenommen werden.

Das Gelände des ehemaligen Kartoffelbahnhofs der Großmarkthalle ist eine innerstädtische Brache. In den zurückliegenden Jahren wurden die umgebenden Areale, wie das ehemalige Heizkraftwerk durch die Stadtwerke selbst, der ehemalige Schlachthof als Produktions- und Sendezentrum des MDR sowie die Alte Messe für Ansiedlungen entwickelt.  Auch die HTWK erweiterte sich. In den angrenzenden Stadtquartieren der Südvorstadt, von Connewitz und Marienbrunn wurden und werden die Wohnquartiere saniert. Ehemalige Produktionsstätten wurden zu Wohnungen, die kaum Leerstände aufweisen, umgebaut. Es gibt kaum noch unbebaute Restflächen. Aktuell verhandelt ein Investor mit der Stadt über die Ansiedlung eines weiteren Autohauses auf dem Eckareal Richard-Lehmann-Straße/Zwickauer Straße. Mit dem entstehenden Hauptsitz eines namhaften Unternehmens an der Zwickauer Straße ist die westliche Straßenseite bis auf eine kleine Restfläche durchgängig bis zur Semmelweisstraße bebaut. Auch für die Flächen der sogenannten zweiten Reihe zwischen der Bebauung an der Zwickauer Straße und der Ausgleichsfläche Kartoffelbahnhof gibt es ernstzunehmende Ansiedlungsinteressen. Deshalb ist nicht nachvollziehbar, warum die Fläche, wenn nicht in das erste Ausgleichspaket, überhaupt für den Ausgleich des B-Planes Nr. 383 in Anspruch genommen wurde. Stattdessen sollte die Fläche abschnittsweise als Ausgleich für Maßnahmen aus dem unmittelbaren Umfeld als Teil des Grünzuges Bayrischer Bahnhof umgestaltet werden. Zu prüfen wäre auch, ob das Gebiet nicht auch als innerstädtischer Ersatzstandort für wegen Durchnässung aufzugebende Kleingärten  entwickelt werden sollte. Ebenso wäre eine straßenbegleitende Randbebauung an der Richard-Lehmann-Straße denkbar.