Die Linksfraktion geht davon aus, dass die Verwaltung die laufenden Gespräche mit der Bank bzw. mit dem Investor zur Rettung des Gebäudekomplexes Jahnallee 61 und Luppenstraße 26/28 nach dem Dachstuhlbrand intensiviert.
Neben Notsicherungsmaßnahmen durch provisorische Abdeckung des Dachstuhls gegen Regenwasser sollte eine Dachsanierung eventuell durch kurzfristige Bereitstellung eines Zuschuss aus dem städtischen Gebäudesicherungsprogramm geprüft werden. Da das Gebäude im Rahmen eines Verkaufspaketes mit einem symbolischen Einstiegspreis versteigert werden soll, ist denkbar, dass der zukünftige Investor diesen Zuschuss zurück zahlt. Ein Aufhalten des Gebäudeverfalls wäre in seinem Sinne. Auch wenn möglicherweise zeitnah ein Investor gefunden wird, so werden sich, selbst bei gutem Willen, der Verkauf und der Eigentumsübergang mit Grundbucheintragung noch über Monate hinziehen.
Die Notwendigkeit zur Rettung des Hauses Jahnallee 61, das als Capa-Haus nach dem amerikanischen Fotografen Robert Capa bekannt wurde, sowie der beiden Nachbargebäude gibt sich sowohl aus der geschichtlichen, als auch aus der städtebaulichen Bedeutung. Bei der Befreiung Leipzigs ist Raymond J. Bowman als letzter amerikanischer Soldat durch Heckenschützen zu Tode gekommenen. An der Kreuzung Jahnallee, Lützner Straße und Erich-Köhn-Straße markiert das mehrgeschossige Eckgebäude, das den Palmengartenpark und die Bauten des Straßenbahnhofs Angerbrücke überragt, von der Innenstadt her den Eingang in den Stadtteil Lindenau. Das Fehlen eines solchen markanten Gebäudes ist am Connewitzer Kreuz (Ecke Bornaische Straße/ Biedermannstraße mit der Wolfgang-Heinze-Straße) für jedermann sichtbar.