Leipzigs Stadtzentrum ist im Stadtteilzentrenkonzept als einziges in der höchsten Kategorie A ausgewiesen. Unser Anspruch an ein Stadtteilzentrum wie das Stadtzentrum ist Multifunktionalität, zu der neben Handel, Gastronomie und Hotelwesen, aber noch weitere Funktionen wie Wohnen, Kultur, Forschung und Lehre, Kirchen, innenstadtverträgliche Arbeitsplätze oder Freizeit mit Teilhabemöglichkeiten für alle Generationen gehören. Diesem Anspruch müssen sowohl Gebäude als auch Freiräume Rechnung tragen. Es sind spezifische Ansprüche von Kindern, Senioren und Behinderten zu beachten. Dabei müssen Bänke in den Freiräumen nicht dem allerhöchsten Sitzkomfort, wie ein elektrisch verstellbarer Wohnzimmersessel, genügen. Freiräume sind in ihrer Fläche sehr endlich, da im Rahmen einer behutsamen Stadtentwicklung historische Stadtstrukturen erhalten bleiben sollen und ein gutes Stadtklima bestehen soll. Von Bedeutung für die Freiraumnutzung sind auch die der Erholung und dem Aufenthalt dienenden Grünanlagen und das Ringgrün mit Parkcharakter. Dabei sollen in Umsetzung eines Ratsbeschlusses auch Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche verschiedener Altersgruppen entstehen. Nicht zu vernachlässigen sind auch Ansprüche an die Erreichbarkeit zu Fuß, auf mehreren Wegen per Rad und auf ausgewählten Trassen für Bewohner, PKW- und Lieferverkehr. Unser Änderungsantrag greift die fachliche Debatte des Ausschusses auf und orientiert weiter auf die Abstimmung der Standorte mit Anwohnern und Anliegern, zu welchen natürlich auch Einzelhändler gehören, aber nicht nur.
Zunehmend kritisch betrachten wir eine überzogene Überfrachtung mit einer Vielzahl unterschiedlicher Marketing- und Werbeelemente, was an einigen Orten unbedingt einer Überprüfung bedarf. Gerade für besonders interessierte Besucher ist das Vorhandensein vieler originaler historischer Schauplätze das, was die Einzigartigkeit Leipzigs ausmacht. Ein Zuviel an Werbung ist da höchst überflüssig.
Deshalb können auch weitere Sitzgelegenheiten nur unter Beachtung der Multifunktionalität der innerstädtischen Freiräume geschaffen werden, was aber auch den Erhalt der in den letzten Jahrzehnten entstandenen Freiräume zur Voraussetzung hat.
Freiräume in der Leipziger Innenstadt sind für alle da – statt eines Aufstellers darf es auch eine Sitzbank mehr sein.