Am 21. September wurde im Leipziger Universitätsklinikum eines der weltweit ersten, deutschlandweit eines von drei und das einzige ostdeutsche Ganzkörper-PET/MRT-System zur Nutzung übergeben. Dieses Großgerät vereint für die molokulare Bildgebung erstmals Magnetresonanztomographie (MRT) mit der Positronen-Emissionstomographie und ermöglicht dadurch eine beeindruckende Detailvielfalt für völlig neue Einsichten in das Krankheitsgeschehen und Vorgänge im menschlichen Körper.
Zur Eröffnung des durch die Deutsche Forschungsgesellschaft mit 3,5 Mio. Euro und von der Max-Planck-Gesellschaft mit 0,5 Mio. Euro für klinische Anwendungstests geförderten Großgerätes Biograph „mMR“ wurde erklärt, dass Leipzig als einziger ostdeutscher Standort überzeugen konnte. Dies kommt nicht von ungefähr. Auch wenn letztlich die herausragenden Leistungen, die Leistungskraft, die enge Kooperation und die wissenschaftliche Entwicklung des Uni-Klinikums sowie der Max-Planck-Gesellschaft im Neurobereich, der Onkologie und der Kardiologie maßgebend waren, so hat doch auch die gezielte Standortentwicklung und die Nachbarschaft der innerstädtischen Standorte in den Ortsteilen Zentrum-Ost und Zentrum-Südost dies befördert.
Die Notwendigkeit des Fachkonzeptes Hochschulen und Forschungseinrichtungen war der Verwaltung bei Vorlage des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes noch nicht vollständig bewusst. Mit der Annahme eines entsprechenden Ergänzungsantrages unserer Fraktion, welcher mit der heutigen Vorlage erfüllt wird, ist diese Lücke geschlossen. Dass universitäre Einrichtungen und Forschungseinrichtungen unverzichtbar für Leipzigs Stadtentwicklung sind, zeigte sich aus der vielfältigen Zustimmung und Unterstützung. Eine inhaltlich breit angelegte Stadtwerkstatt von überregionalem Interesse wurde organisiert. Offensichtlich begibt sich Leipzig auch hier auf neue Wege.
Das Fachkonzept Hochschulen und Forschungseinrichtungen befördert auch Wirtschaftsansiedlungen. Die Nähe bzw. Nachbarschaft von Klinikum, Tierkliniken, Deutscher Bücherei sowie die Etablierung von Bio-City und Frauenhofer-Institut war mit dafür ausschlaggebend, dass sich HAEMA trotz der starken Konkurrenz von Berliner Standorten doch für die Alte Messe in Leipzig als zentralen Firmensitz entschieden hat. Auch die regionale Wirtschaft könnte in umgekehrter Richtung die Entwicklung und weitere Ansiedlung von Forschungseinrichtungen und Wissenschaftszweigen befördern. Als attraktiver Standort zum Wohnen, Arbeiten und für Kultur kann die Stadt dies befördern und profitiert selbst davon.
Redebeitrag zur DS V/1562 zur Ratsversammlung am 12.10.2011